Frei laufender Hund reißt ein Reh

Ordnungsdamt reagiert: Allerdings nur in Bezug auf den Wald

Das tote Reh fand der Jagdpächter durch das Verhalten von Bussarden und Krähen etwa 50 Meter von nächsten Weg entfernt mitten in einem Feld.

Gerissenes Reh auf Neckargartacher Markung (Foto: privat)

Offensichtlich handelt es sich den Berichten zufolge keineswegs um einen Einzelfall.
Stadtrat Alfred Dagenbach (AfD-Fraktion) hat dazu eine Anfrage an den Oberbürgermeister gerichtet und die AfD-Fraktion bereits vor kurzem dazu einen Antrag gestellt.

Sowohl in Heilbronn gibt es im Gegensatz zu anderen Städten wie auch auf Landesebene keinen generellen Leinenzwang in der Feldflur.
Die einzige Ausnahme besteht auf Kinderspielplätzen, Spiel- und Liegewiesen sowie auf Wassertretanlagen.
Dennoch ist dies kein Freibrief für Hundehalter, denn Baden-Württemberg veranschlagt die Landesregierung ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro für einen freilaufenden Hund, wenn dieser einen Schaden durch mangelnde Aufsichtspflicht verursacht.
Dies dürfte bei einem wildernden Hund leicht der Fall sein, der im Übrigen durch DNA-Proben gegebenenfalls auch feststellbar ist.
Neben dem Bußgeld kann nicht nur eine Schadensersatzforderung fällig werden.
Auch darf nicht vergessen werden, daß ein Jäger laut Jagdrecht auf einen freilaufenden Hund schießen darf, wenn dieser nicht unter direkter Einwirkung seines Halters steht.

Ordnungsamt reagiert halbherzig: Zum Schutz von Wildtieren Hunde im Wald anleinen
Das Ordnungsamt: „Während eines Waldspaziergangs lassen Hundehalter ihre Vierbeiner gerne frei laufen. Doch entdeckt der Hund ein wildes Tier, entfesselt sich in ihm der angeborene Jagdtrieb. Die Besitzer haben meist keine Chance mehr, die Hunde durch Zurufe zurückzuhalten. Die Wildtiere werden von den Hunden oft zu Tode gehetzt“. So fänden Jäger im Stadtkreis immer wieder tote trächtige Rehe und Rehkitze, die von wildernden Hunden gerissen wurden und auf teilweise grausame Weise nach einem langen Todeskampf ums Leben kamen.

„Verschiedene Vorfälle, bei denen Wildtiere zu Tode gehetzt wurden, geben Anlass, die Hundehalter dringend darum zu bitten, ihre Tiere bei Spaziergängen auf Feldern oder im Wald grundsätzlich an der Leine zu halten“, mahnt Harald Wild, Sachgebietsleiter Allgemeines Ordnungsrecht.

Besonders gefährdet durch freilaufende Hunde sind Rehkitze, Hasen, Fasane und Rebhühner. Dies gilt insbesondere im Zeitraum von April bis Ende Juni – einer Zeit, in der sehr viele Wildtiere Junge haben und die Natur sozusagen zur Kinderstube der Wildtiere wird.

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2 Gedanken zu “Frei laufender Hund reißt ein Reh

  1. Guten Morgen in die Großgartacher Strasse!
    Zur Ergänzung Ihrer E-Mail an die Stadt Heilbronn:
    Am Ostermontag bin ichmorgens gelaufen von der Bushaltestelle Waldheide bis zur Richtstätte Galgenberg und zurück.
    Von den vier Hunden, die mir begegnet sind, war nur einer an der Leine!!!

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  2. Mir erscheint die Stellungnahme der Stadt, sagen wir mal, butterweich. Solch ein schreckliches Bild wie in dem betreffenden Fall gehört auch in die Tageszeitung! Danke für Ihren Einsatz.

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