Sorgenkind Nordstadt

Bekommt die Stadtverwaltung die Probleme nicht in den Griff?

Die Heilbronner Nordstadt fällt immer wieder negativ auf:

  • Mal sind es die Bestimmungen über die dortigen Anwohnerparkzonen, die deshalb für Verdruß sorgen, weil die für eine Parkberechtigung zur Kasse gebetenen Anwohner dann doch keinen Parkplatz finden und beim Abstellen ihres „heiligen Blechles“ in der benachbarten Zone dann obendrein noch einen saftigen Strafzettel bekommen, während vor allem Freitagabends bei Parkverstößen durch Moscheebesucher bedingt sie weit und breit keine Ordnungshüter sehen.
  • Mal sind es Vermüllungen und Umweltverschmutzungen, die einem gesitteten Wohnen in dem einst ruhigen Viertel nördlich der Innenstadt entgegen stehen.
    Die Unsitte vieler Hundebesitzer, das Geschäft ihrer „Lieblinge“ auch überall zu hinterlassen, schwächt den Unmut der anwohner ganz im Gegenteil.
  • Mal ist es die Poserszene, die die Leute nachts nicht schlafen lassen.

Es sind immer wieder dieselben Beschwerden, über die aus dem Quartier bei gemeinderätlichen Bürgersprechstunden am Telefon Klage geführt oder sogar schriftlich it beigefügten Bildern vorgetragen werden und dann per Bitten zur Abhilfe als Anfrage der Stadträte an den Oberbürgmeister gerichtet werden.
Dort läßt man sich zumindest mit der Beantwortung Zeit, wiewohl die Dauer der Beantwortung auch ein Gradmesser dafür ist, wie unangenehm getroffen man jeweils die dafür verantwortlichen Stelleninhaber hat.

So wurde beispielsweise die letzte Anfrage dazu von AfD-Stadtrat Alfred Dagenbach am 22. März 2021 gestellt, aber erst auf Nachfrage trudelte am 20. Mai die Antwort bei ihm ein.
Die Frist der städtischen Geschäftsordnung ficht manchesmal die vom OB zur Beantwortung angwiesenen Amtsleiter wenig, ohnhin läßt man es nicht selten auf den letzten Drücker ankommen – soll der lästige Störenfried doch warten, bis es dem Amtsschimmelpfleger doch paßt.
Hier schaffte man es, die Beantwortung auf 2 Monate statt der von der Geschäftsordnung zugestandenen 4 Wochen zu verzögern.

Festzustellen ist, daß den Bürgern langsam „der Kragen zu platzen“ scheint, weil bei Wahlen ausgeteilte Denkzettel – es betrifft vor allem die etablierten Parteien, deren Vertreter auch die entscheidenden Ämter besetzt halten – offenbar solange noch wenig bewirken, als diese am Monatsende ihr üppiges Gehalt ja trotzdem erhalten.

So beklagte im vorliegenden Fall ein Anwohner darüber:
… An allen Ecken und Enden schmeißen die Leute ihren Müll auf Gehwege, über Bordsteine, in Grünanlagen und teilweise sogar in Vorgärten. Die Altkleider- und Altglassammelstellen bei der Gewerbeschule werden permanent als öffenlicher Müllabstellplatz genutzt….
Warum werde nichts gegen die zunehmende Vermüllung und Respektosigkeit unternommen?
Es bestehe auch Seuchengefahr, wenn Hunderte Hundekothaufen auf den Rabatten in der Garten- und Lessing-, Sicherer-, Damm- und Nordbergstraße im Freien verrotten, wo auch kleine Kinder spielen.
Gerade im Hochsommer liege manchmal ein zum Erbrechen reizender Gestank über den als Hundetoilette geduldeten Grünflächen.
Nach Mitternacht, um 1, 2 oder 3 Uhr rasen Poser mit laut dröhnenden Motoren immer wieder mitten durch das Viertel. Wir haben die Polizei gerufen, doch die tut nichts bzw. verspricht irgendwann zu kommen, kommt aber nicht oder wenn es längst zu spät ist. Kaum ist die Polizei weg, geht es plötzlich wieder los„, wird geklagt und sich beschwert: „Wir anständigen Bürger sind dem schutzlos ausgeliefert und werden sogar als Nazis oder Hetzer oder Rassisten beschimpft. Das ist doch alles nicht mehr normal in dieser Stadt wie auch im Land. …

Die nach zwei Monaten versandte lapidare Antwort läßt indes den Schluß zu, daß die Müllablagerungen an den Altkleider- und Altglassammelstellen den Entsorgungsbetrieben sehr wohl bekannt sind:
„…Die Sammelstellen werden wöchentlich, teilweise sogar zweimal pro Woche, gereinigt. Die Müllablagerungen werden nach Hinweisen aufVerursacher durchsucht und anschließend entfernt. Sollten Hinweise gefunden werden, werden diese direkt an das Ordnungsamt weitergeleitet…“, heißt es unter anderem bei der Beantwortung der Anfrage vom 22.03.2021 zur Vermüllung und Verwahrlosung der Nordstadt dazu.

Offensichtlich wird demnach dort den besonderen Umständen entsprechend ein überdurchschnittlicher Aufwand auf Kosten der Steuerzahler getrieben, ohne daß ein Erfolg der Maßnahmehn zu verzeichnen ist, denn erneut wird dazu aus dem Umfeld Klage geführt, insbesondere, weil die Stadtverwaltung jüngst auch mit dem Prädikat „Quartiersaufwertung“ hausieren geht:

Dreister und dümmer gehts nicht, was sich hier die Stadtverwaltung erlaubt.
Die Vermüllung, ohne daß das altölverseuchte Erdreich abgetragen wurde nimmt bestialische Ausmaße an.
Innerhalb weniger Tage wurden erneut Müll, Sperrmüll und Unmassen von faulendem und verwesenden Abfällen in Plastitüten dort abgestellt.
Der Gestank ist entsetzlich“, schreibt der Anwohner.
Innerhalb weniger Stunden seien ganze Flaschenladungen dazugekommen, die alle zerschlagen wurden: „Abertausende rasierklingenscharfe Glasscherben sind über den Gehweg bis in die Grünflächen verteilt. Tiere zerschneiden sich die Pfoten, Kinder können zu Schaden kommen und sich die Wunden dann auch noch mit Altöl und Keimen aus dieser Müllhalde infizieren.
‚Quartiersaufwertung‘ a la Heilbronn – ich lach mich kaputt„.

Die beigefügten Bilder unterstreichen die Anwürfe und tatsächlich ist der mit dem verschütteten Altöl angerichtete Schaden nicht beseitigt.

Alfred Dagenbach dazu: „Scheut sich die sich offensichtlich auf dem falschen Trip befindliche Stadtverwaltung aus Angst die Dinge beim Namen zu nennen und durchzugreifen?
Sie sollte sich an Alt-OB und Ehrenbürger Manfred Weinmann ein Beispiel nehmen, der noch mutig genug war, um laut Stuttgarter Zeitung v. 13.8.93 einen Brandbrief an den damaligen Innenminister zu schreiben, statt die Zustände permanent herunterzuspielen und den Bürgern auf Kosten der Steuerzahler eine ‚heile Welt‘ vorzugaukeln„.

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