Bundesweit einmaliges Pilotprojekt

Lernassistenten unterstützen fremdsprachige Schüler

An der Dammrealschule in Heilbronn läuft derzeit ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt zur Förderung der Bildungssprachkompetenzen von Kindern und Jugendlichen. Dabei unterstützen mehrsprachige Lernassistentinnen fremdsprachige Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen beim Übergang von der Vorbereitungsklasse in den Regelunterricht. Im Unterschied zur klassischen Deutschförderung in der Vorbereitungsklasse stärken die Assistentinnen die Kinder und Jugendlichen vorrangig in ihrer Muttersprache. Bürgermeisterin Agnes Christner, Karin Schüttler, Leiterin des Schul-, Kultur- und Sportamtes, Anne Lepper vom Bildungsbüro der Stadt Heilbronn, und Schulleiter Slawomir Siewior stellten das Projekt den Medien vor.

„Sprachförderung hat seit Jahren einen hohen Stellenwert in Heilbronner Kitas und Schulen, um den Kindern eine erfolgreiche Bildungslaufbahn und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen“, erklärt Bürgermeisterin Agnes Christner. „Ich freue mich, dass wir mit dem Pilotprojekt dieses Sprachförderangebot nun nochmals ausweiten können.“

„Sprache ist in der Tat die Voraussetzung für eine erfolgreiche Schullaufbahn“, bestätigt Karin Schüttler, Leiterin des Schul-, Kultur- und Sportamts. „Deshalb sehen wir Sprachförderung als wichtigen Hebel, um die Kinder für den Schulalltag, letztlich aber auch fürs Leben, fit zu machen.“

„Mit dem Pilotprojekt wollen wir vor allem Erfahrung sammeln, wie wir unseren Schülerinnen und Schülern, die mit ihren Familien neu nach Deutschland gezogen sind, den Übergang in den Regelunterricht erleichtern können“, betont Schulleiter Slawomir Siewior.

„Das Konzept haben wir uns in Schweden abgeschaut“, erklärt Projektleiterin Anne Lepper vom Bildungsbüro der Stadt Heilbronn. „Dort gibt es sehr gute Erfahrungen mit der Unterstützung von fremdsprachigen Kindern in ihrer Erstsprache. Wer in seiner Muttersprache die bildungssprachliche Fachsprache beherrscht, kann auch besser in der Fremdsprache dem Unterrichtsstoff folgen“, weiß die promovierte Philosophin mit Schwerpunkt Sprach- und Bildungstheorie.

Im Einsatz sind derzeit neun Assistentinnen, die die Sprachen Albanisch, Arabisch, Bulgarisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Kroatisch und Rumänisch abdecken. Ihr Deputat umfasst sechs Stunden pro Woche, in dem sie ihre Schülerinnen und Schüler teils in den Unterricht begleiten, um anschließend mit ihnen den Stoff nochmals in der Muttersprache zu besprechen. Meist beherrschen die Schüler und Schülerinnen die deutsche Alltagssprache bereits recht gut, aber noch nicht die im Unterricht erforderliche Bildungssprache.

Gefördert wird das Projekt mit dem offiziellen Titel „Sprachpotenzial nutzen: Unterstützung mehrsprachig aufwachsender Kinder und Jugendlicher zur Stärkung von Bildungschancen“ mit rund 59 000 Euro vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg. Etwa 25 000 Euro stellt die Stadt selbst zur Verfügung. Aufgrund der Einschränkungen in der Corona-Pandemie ist das Projekt nicht wie geplant bereits im Dezember, sondern schrittweise erst in den vergangenen Wochen gestartet. Lepper geht davon aus, dass dadurch auch die Projektlaufzeit nicht bereits Ende November, sondern erst in der ersten Jahreshälfte 2022 endet.

Neu in Deutschland ankommende Schülerinnen und Schüler ohne fundierte Deutschkenntnisse erhalten erst einmal eine Sprachförderung in einer sogenannten Vorbereitungsklasse. Solche Klassen gibt es in Heilbronn derzeit an fast allen Grundschulen, an den beiden Gemeinschaftsschulen, der Damm-, Mörike- und Heinrich-von-Kleist Realschule, der Rosenau- und der Albrecht-Dürerschule sowie am Justinus-Kerner-Gymnasium. Besucht werden sie von etwa 285 Schülerinnen und Schülern (Stand: Oktober 2020).

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