*Katastrophenfall: Wie sicher ist Heilbronn?

Die Überschwemmungskatastrophen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mit Milliardenschäden und über 100 Todesopfern werfen Fragen auf.

Die Fragen lauten vor allem: Was passiert in Heilbronn, wenn ein solches Unwetter wie in diesen Tagen die Stadt und ihre Umgebung heimsucht?
Das Thema wurde tangierte nicht nur in Heilbronn so gut wie nicht das Tegesgeschehen.
Es wurde verdrängt, wiewohl die Energiewende einen umfassenden Umbau des Stromversorgungssystems notwendig macht mit allen dazu gehörenden Beleiterscheinungen.
Als eine Folge dieser Entwicklung steigt die Instabilität des Netzes dramatisch an. Das führte bislang deswegen nicht zu großflächigen Abschaltungen (Brownouts) oder großflächigen automatischen Abwürfen (Blackouts), weil die Netzbetreiber in Zusammenarbeit mit den Versorgern in bisher nie dagewesenem Ausmaß ein aktives und vorbeugendes Netzmanagement betreiben.
Auf Dauer wird das jedoch nicht verhindern, dass es trotzdem zu großflächigen Blackouts oder Brownouts kommen kann. Mit jeder Windkraftanlage und jeder Photovoltaikanlage steigt dafür die Wahrscheinlichkeit. Am 8. Januar 2021 war es fast soweit, wie das Handelsblatt am 15.01.2021 unter dem Artikel „Kurz vor Blackout: Europas Stromnetz wäre im Januar fast zusammengebrochen“ berichtet.
Tatsächlich hat die Unwetterkatastrophe dieser Woche gezeigt, daß es auch mit dieser Ursache zu einem solchen Zusammenbruch des Stromnetzes und der Kommunikation kommen kann: Abwasserpumpen und Aufzüge liefen nicht mehr, überlebenswichtiges Licht fiel aus.
Dabei ist die Aufrechterhaltung der Stromversorgung dafür der wichtigste Teilaspekt.

Ohne diese Vorahnung sandte AfD-Stadtrat Alfred Dagenbach Ende Juni eine dementsprechend umfassende  Anfrage zur Blackout-Vorsorge an den Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel.
Alfred Dagenbach hatte dabei noch eine Kindheits-Ernnerng im Kopf, als sich nämlich im Jahr 1953, als er mit seiner kleinen Schwester auf dem Weg in den Kindergarten war, sich der Himmel schnell verdunkelte und über Heilbronn ein Wolkenbruch hereinfiel.
Auf Höhe der Haselter-Siedlung wurde die Bahnstrecke nach Karlsruhe binnen Minuten zu einem reißenden Fluß, durch den der Dampfzug bis auf Nabenhöhe im Wasser gefahren ist.
Damals war die Kessellage der Stadt Ursache für das Unwetter – mit „Klimawandel“ machte sich noch niemand wichtig.
Die schweren Regenwolken blieben zwischen Heuchelberg und Wartberg über der Stadt hängen und entluden sich mit einem schweren Gewitter.

Die oberbürgermeisterliche Antwort auf die Anfrage traf just zu den Unwetterkastastrophen in den westdeutschen Bundesländern ein.
Sie geben aber keinen Anlaß zur Beruhigung.
Zwar sind verschiedene Vorbereitungen – insbesondere zum Selbstzweck der Verwaltung getroffen – doch es bestehen erhebliche Defizite.
Die Schuld dafür, daß man über Planungsvorbereitungen bisher nicht hinaus gekommen ist gibt man der Corona-Pandemie, die einen Großteil der Ressourcen der Stadtverwaltung gebunden haben soll, sodass nicht zwingend damit in Verbindung stehende Projekte zurückgestellt werden mussten.
„Aus heutiger Sicht ist ein in Kraft setzen der als besonderer Katastropheneinsatzplan Stromausfall bezeichneten Planung im IV. Quartal 2021 / I. Quartal 2022 realistisch“, schreibt der Oberbürgermeister.

Fazit: Die Stadt wäre dank fehlender Vorbereitungen für eine solche Katastrophe nicht gerüstet.

Anfrage und Antwort zur Blackout-Vorsorge

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